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So viele wie noch nie boten für Luxusschätze

Über acht Millionen Franken Umsatz an Rapp-Auktion mit Briefmarken, Münzen und Luxusgütern

In der zweiten Hälfte der Versteigerungswoche im Auktionshaus Rapp in Wil (SG/Schweiz) kamen wertvolle Schmuckstücke, Luxusuhren und Handtaschen unter den Hammer. Im Internet boten so viele Interessierte mit wie noch nie. Heute Samstagabend, 28. November 2020, schloss die Auktion.  Insgesamt wurden in der ganzen Auktionswoche Luxusschätze und Raritäten für 8,3 Millionen Franken verkauft.

«Das grosse Interesse rund um den Globus war überwältigend», bilanzierte Marianne Rapp Ohmann. Die Geschäftsführerin des Auktionshauses Rapp konnte eine Rekordbeteiligung an Bietenden aus der ganzen Welt vermelden. Wegen der Corona-Schutzmassnahmen konnten zwar nur jeweils 50 Gäste gleichzeitig im Auktionssaal mitbieten, dafür seien Tausende Gebote per Telefon und über die Onlinepattformen eingetroffen: «Für das Bieten per Internet haben sich rund 2‘700 Interessentinnen und Interessenten angemeldet», freute sich Rapp Ohmann. Insgesamt hätten 3‘200 verschiedene Personen aktiv an der Auktion mitgeboten.

Diamantanhänger für 62‘500 Franken

Vor allem in der ersten Wochenhälfte hätten Briefmarken und Münzen sämtliche Erwartungen übertroffen. Die Versteigerung von Schmuck, Luxusuhren und Designerhandtaschen habe zu noch mehr Online-Beteiligung geführt und für einzelne Luxusschätze seien ebenfalls überdurchschnittlich gute Preise bezahlt worden. So fand eine Damenarmbanduhr von Tiffany, die mit Hunderten Diamanten, Brillanten und Smaragden besetzt ist, für mehr als 13‘000 Franken eine neue Besitzerin. Damit lag sie deutlich über dem Schätzpreis. Ein Schmuckset von Van Cleef und Arpels mit einer Kette in Gelbgold und Türkis-Kleeblatt-Motiven wurde sogar für 30‘000 Franken und damit für den dreifachen Schätzpreis versteigert. Für einen spektakulären Anhänger mit einem Diamanten im Kissenschliff bezahlte jemand 62‘500 Franken.

«Ausgefallen ist beliebt»
Auch Luxusuhren und -handtaschen standen hoch im Kurs: «Vor allem Uhren der bekannten Marken wie Rolex und Patek Philippe, limitierte Taschen von Louis Vuitton und natürlich beliebte Sammlertaschen von Hermès erzielten überdurchschnittliche Preise», sagte Marianne Rapp Ohmann. «Je ausgefallener und rarer, desto beliebter.» Dazu zählte die «Rolex 3525»: Sie war der erste Chronograph der Welt mit wasserdichtem Armbanduhrengehäuse. Britische Soldaten im Zweiten Weltkrieg mussten sie erst bezahlen, nachdem sie mit dieser heil zurückgekehrt waren. Ein Exemplar dieser extrem seltenen Uhr kam nach einem intensiven Bietergefecht für 40‘000 Franken unter den Hammer. Kurz darauf erzielte eine Patek Philippe, die ebenfalls in den späten 1930er-Jahren produziert wurde, den identischen Verkaufspreis. Bei den Luxushandtaschen schwang eine praktisch neuwertige Kelly-Bag von Hermès aus dem Jahr 1976 oben aus: Sie wurde für über 11‘000 Franken verkauft. Die Luxusgüter erzielten einen Gesamtumsatz von über zwei Millionen Franken – auch das ein neuer Rekord. Insgesamt kam an den fünf Auktionstagen mit Briefmarken, Münzen, Schmuckstücken, Luxusuhren und -handtaschen ein Verkaufsumsatz von 8,3 Millionen Franken zustande. «Die Corona-Situation sorgte im Vorfeld für viel Ungewissheit, aber dieses Resultat hat unsere Erwartungen bei Weitem übertroffen – insbesondere, wenn man bedenkt, dass ein Grossteil der internationalen Kundschaft nicht vor Ort mitbieten konnte», sagt Rapp Ohmann.

Im Fokus von Investoren

Im Nachhinein lasse sich festhalten, dass die Corona-Situation den Digitalisierungstrend verstärkt und dazu geführt habe, dass das Auktionshaus Rapp im beschaulichen Wil noch näher an die führenden Auktionshäuser in New York und London gerückt sei, betont Marianne Rapp Ohmann: «Die Leute haben sich in den letzten Monaten daran gewöhnt, das Geld vermehrt im Internet auszugeben. Die Auktion hat ihnen nun die Möglichkeit gegeben, sich in dieser schwierigen Zeit wieder einmal etwas Gutes zu tun.» Hinzu komme, dass gerade in Krisenzeiten Investitionsalternativen mit beständigem Wert wie Schmuck, Münzen und Briefmarken vermehrt in den Fokus rückten: So sorgte am ersten Auktionstag eine der seltensten Briefmarken der Welt – eine «Rayon I hellblau mit vollständiger Kreuzeinfassung» aus dem Jahr 1851 – für den Auktionshöchstpreis von 162‘500 Franken. Bei den Münzen entwickelte sich ein regelrechter Goldrausch: Eine Sammlung russischer Goldmünzen erzielte den eindrücklichen Gesamtpreis von 137‘625 Franken und eine einzelne Goldmünze aus Österreich mit dem Konterfei von Franz Joseph I. aus dem Jahr 1908 kam für 26‘250 Franken in neue Hände.

Online-Boom hält an
Marianne Rapp Ohmann ist davon überzeugt, dass der Online-Boom anhält, auch wenn die Coronakrise hoffentlich möglichst bald überstanden sei. Die Infrastruktur für das digitale Bieten werde im Auktionshaus Rapp deshalb weiter ausgebaut. Eine Auktion lebe aber natürlich in erster Linie von den Bieterinnen und Bietern vor Ort. Sie hoffe deshalb sehr, dass der Auktionsaal an der nächsten Auktion wieder für alle Interessierten offensteht.

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