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Muotathaler Münzen bleiben in der Schweiz

Sammlung mit Münzen aus der Antike und der Schweizer Geschichte heiss begehrt

Vom Restaurant Hirschen in Muotathal auf die Weltbühne: Die geschichtsträchtige Münzsammlung «Muotathal» wurde an der Versteigerung des Auktionshauses Rapp in Wil (SG) für 20‘000 Franken verkauft. Sogar im Nahen Osten wurde mitgeboten.

Bis ins 5. Jahrhundert vor Christus reicht die Münzsammlung Muotathal zurück. Jahrzehntelang war sie im Restaurant Hirschen in Muotathal zu bestaunen. Am Mittwochnachmittag, 25. November 2020, kam sie an der Münzenauktion des Auktionshauses Rapp in Wil (SG) für 20‘000 Franken – und damit fast doppelt so viel, wie erwartet – unter den Hammer. Den Zuschlag erhielt eine Person aus der Schweiz, die via Internet mitbot.

Jüdischer Schekel sticht heraus

Vom hohen Verkaufspreis ist der unabhängige Schweizer Münzenexperte Georg Brosi nicht überrascht: «Das Prunkstück der Sammlung ist ein hervorragend erhaltener jüdischer Schekel aus dem Jahr 67 nach Christus. Diese Münze hat allein schon einen Wert von gut 5000 Franken.» Neben den rund 200 antiken Münzen und zahlreichen Kleinmünzen aus aller Welt enthält die Sammlung auch einen Schaukasten mit rund hundert Schweizer Kantonalmünzen. Der Sammler hat zudem umfangreiche Beschreibungen angefertigt, die spannende Teile der Geschichte des Muotathals erzählen – zum Beispiel von General Suworows erfolglosem Alpenfeldzug im 18. Jahrhundert, auf dem er im Muotathal Halt machte. «Die Geschichte hinter der Sammlung und ein paar herausragende einzelne Münzen machen die Sammlung so wertvoll», betont Marianne Rapp Ohmann, Geschäftsführerin des Auktionshauses Rapp.

Gebote aus der ganzen Welt

Kein Wunder also, entwickelte sich ein regelrechtes Bietergefecht. Mehrere Interessenten, die ganz kurzfristig noch mitbieten wollten, hätten gar nicht mehr berücksichtigt werden können, erklärt Marianne Rapp Ohmann. «Es ist ratsam, sich frühzeitig fürs Bieten via Online-Plattform oder Telefon zu registrieren, um dann auch effektiv mitbieten zu können.» Die Gebote trafen aus der ganzen Welt ein: So hatte Georg Brosi sogar von einem Schweizer Expat in Abu Dhabi den Auftrag erhalten, für die Sammlung «Muotathal» mitzubieten. Obwohl der Schweizer Bürger nicht aus der Innerschweiz stammt, sei er fasziniert von der vielfältigen Münzensammlung mit einzigartiger historischer Dokumentation. Am Ende blieb er mit seiner gesetzten Limite aber chancenlos.

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