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Briefmarke kostet 162‘500 Franken

Bietergefechte für zwei Quadratzentimeter – Online-Boom beflügelt spektakuläre Auktion

Der Auktionsmarkt trotzt Corona: Am Dienstag, 24. November 2020, dem Eröffnungstag der grossen Auktionswoche für Luxusgüter und Raritäten des Auktionshauses Rapp in Wil, gab es hitzige Bietergefechte und hohe Preise dank internationaler Rekord-Internetbeteiligung. Traditionsgemäss kamen zu Beginn kostbare Briefmarken unter den Hammer – allen voran eine «Rayon I hellblau mit vollständiger Kreuzeinfassung», die für 162‘500 Franken gekauft wurde. Der zweite Versteigerungstag für Münzen steht im Zeichen des Goldes und damit im Fokus von Sammelnden wie Investoren.

Rare Einzel- Briefmarken und ganze Kollektionen waren die Glanzstücke der Auktionseröffnung, die aber auch ganz im Zeichen der Corona-Zeit stand, erklärt Marianne Rapp Ohmann, Geschäftsführerin des Auktionshauses Rapp: «Viel Planungsunsicherheiten und Herausforderungen wegen Corona forderten uns stark. Normalerweise ist die Auktion ein Stelldichein von Sammelnden, Händlern und Menschen aus aller Welt, die das Schöne und Seltene suchen. Corona hat alles auf den Kopf gestellt. So durften nur 50 anwesende Besucher im Saal sein – normalerweise sind es zeitenweise über 200. Nur so konnten wir die strikten Abstandsregeln und das Schutzkonzept umsetzen.»

Ungeahnte Internet-Bietergefechte
Die Auktion habe sich denn auch stark ins Internet verlagert. Bis Dienstagnacht wurden bereits mehr als 2000 Personen fürs Internetbieten in Echtzeit freigeschaltet. Stündlich melden sich laut Rapp mehr Interessierte, die in den nächsten Tagen noch mitbieten wollen. Die internationale Rekord-Internetbeteiligung über mehrere Versteigerungsplattformen führte am ersten Auktionstag zu aussergewöhnlich langen Bietergefechten. Die Auktion dauerte deshalb bereits am ersten Tag viel länger als geplant.

Höchstpreis für Kleinstwertpapier
Das Glanzstück des ersten Auktionstags war unbestritten eine der seltensten Briefmarken der Welt auf dem Jahr 1851: die «Rayon I hellblau mit vollständiger Kreuzeinfassung». Dieses Paradestück der Weltphilatelie wurde in einem an Spannung nicht zu überbietenden Bieterkampf für 162‘500 Franken verkauft, womit die Schätzung von 100‘000 Franken im Auktionskatalog weit übertroffen wurde. Rapp Ohmann ordnet das Ergebnis ein: «Das Interesse war bereits im Vorfeld sehr gross. Diese zwei Quadratzentimeter sind ein emotionales Wertpapier in Kleinstformat. Nicht nur Briefmarkensammler haben sich dafür interessiert, sondern auch Investoren. Es gibt ganz wenige gut erhaltene Marken der ‹Rayon I hellblau mit vollständiger Kreuzeinfassung›, ein anderes Exemplar davon haben wir vor einigen Jahren sogar zu einem Weltrekordpreis verkauft.»

Je exotischer, desto teurer
Es sei erstaunlich, dass auch immer wieder neue Sammelnde auf den Markt strömen, sagt Rapp Ohmann. Das zeige sich an den teils «abstrus hohen Verkaufspreisen für Raritäten». So gehe die Auktion Schlag auf Schlag weiter mit sehr teure Abarten oder einem fehlerhafter gedruckten Markenheftchen, wofür ebenfalls tausende von Franken bezahlt werden dürften. Im Fokus stehen auch komplette Sammlungen die teils geschlossen angeboten werden, zum Beispiel die Zierbriefsammlung Österreich, eine Sammlung mit zypriotischen Marken oder auch eine kleine Kollektion aus Korea. Es zeigte sich: je exotischer und seltener, desto teurer.

Münzen und Luxusgüter folgen
«Und das ist nur der Anfang», vermutet Rapp Ohmann. Sie erwartet vor allem bei der Versteigerung von Goldmünzen am Mittwoch und von teuren Uhren, Schmuck und Luxushandtaschen am Donnerstag und Freitag eine noch höhere Beteiligung.
Am Mittwoch, 25. November 2020, kommen Münzen von einigen Millionen Franken unter den Hammer, so etwa die Sammlung Muotathal. Für eine wertvolle Kollektion mit Goldmünzen aus Russland seien bereits im Vorfeld besonders viele Gebote eingegangen. Sie rechne mit einer extrem hohen Internetbeteiligung aus Russland. Lose mit Goldmünzen sind laut Rapp Ohmann von besonderem Interesse, weil Gold in Krisenzeiten als sicherer Hafen gelte. «Investments mit historischem Hintergrund werden nebst Aktien und Immobilien immer mehr zur Alternative in einem diversifizierten Investment-Portfolio.»

Grösstes Schmuck- und Uhrenangebot
Vom Donnerstag, 26. November bis Samstag, 28. November 2020 werden Luxusgüter wie Uhren, Schmuck und teure Designertaschen versteigert: «Unter den Hammer kommt in der zweiten Auktions-Wochenhälfte das grösste Schmuck- und Uhrensortiment, das wir je anbieten konnten», freut sich Marianne Rapp Ohmann. Diamanten stünden vermehrt im Fokus der Nachfrage. Interessant dürfte der Kampf um ein exklusives Brillant-Rubin Collier (Los 1020), werden, das mit über 40‘000 Franken verkauft werden dürfte. Ebenso reges Interesse besteht an einer wunderschönen Saphir-Diamant-Schleifenbrosche von Tiffany, welche vermutlich aus den 1920er Jahren stammt und mit dem antiken Originaletui angeboten wird. Bei den Uhren darf man auf den Zuschlagspreis für mehrere seltene und ältere Rolex- und Patek Philippe-Modelle gespannt sein. Besonders teuer verkauft werden dürfte eine Rolex aus dem Zweiten Weltkrieg, die für britische Soldaten eine Solidaritätsbekundung des Gründers der Uhrenmarke war.

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