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Run auf «Solidaritäts-Rolex»

Sammelnde und Investoren wollen Luxusarmbanduhr aus Zweitem Weltkrieg ersteigern

Wertvolle Uhren, funkelnde Diamanten, seltene Münzen, rare Briefmarken und gesuchte Luxushandtaschen – in Wil trotzen vom 24. bis 28. November 2020 über 2000 Auktionslose der Corona-Krise. Eine ganz besondere Uhr aus einer anderen Krisenzeit steht im Fokus von Sammelnden und Investoren: eine Rolex aus dem Zweiten Weltkrieg.

Die Rolex mit der unspektakulären Bezeichnung «3525», die am Freitagnachmittag, 27. November, unter den Hammer kommt,  hat einen umso spektakuläreren Hintergrund: Sie war der erste Chronograph im Oyster Gehäuse mit verschraubter Krone, dem ersten wasserdichten Armbanduhrengehäuse der Welt. Der Besitzer dieser Uhr – ein älterer Herr aus der Ostschweiz – war nicht schlecht erstaunt, was er für einen Schatz eingeliefert hat, erinnert sich Marianne Rapp Ohmann, Geschäftsführerin des Auktionshauses Rapp: «Er dachte sogar, die Uhr käme nicht für die Auktion in Frage, doch unser Uhrenexperte erkannte den hohen Wert sofort.» Die Uhr wurde nämlich in der Zeit des Zweiten Weltkriegs produziert und ist besonders selten: Es wurden nur rund 1400 Stück hergestellt, und heute gibt es wohl nur noch sehr wenige Exemplare der «Rolex 3525». Kein Wunder: Denn speziell an diesem Modell ist, dass die Uhren ein Stück Kriegsgeschichte schrieben. Hans Wilsdorf, der Rolex als deutscher Emigrant 1905 in London gründete, wollte ein Zeichen der Solidarität in der Krise setzen. Als er erfuhr, dass deutsche Offiziere während des Zweiten Weltkriegs den britischen Kriegsgefangenen ihre Rolex-Uhren entwendeten, um sie selbst zu tragen, ordnete er an, «dass jeder britische Soldat, der sich eine Rolex-Uhr anschaffen will, bevor er in den Krieg zieht, seine Rolex erst zu bezahlen hat, wenn sie mit ihm aus dem Krieg zurückkommt.» Ebenso hatten Soldaten die Möglichkeit, eine Uhr aus dem Krieg zu bestellen und erst bei der Rückkehr zu bezahlen. Wilsdorf wollte damit eine gewisse Sicherheit in der Krise geben.

Der Startpreis an der Auktion ist angesichts der geschichtlichen Bedeutung sehr konservativ auf 6500 Franken angesetzt – er dürfte deshalb laut Marianne Rapp Ohmann deutlich übertroffen werden. Dies sagt sie vor dem Hintergrund, dass «Versionen mit geschichtlichem Hintergrund zum Teil sogar zu überraschend höheren Preisen versteigert werden». Das internationale Interesse an dieser Rolex sei sehr gross. Generell stellt sie im Hinblick auf die Auktion fest: «Gerade in Krisenzeiten entdecken Menschen Sachwerte und edle Investitionsgüter, die einerseits eine gute Anlage sind und andererseits als Unikat persönlich besondere Freude bereiten.»   




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