Sie befinden sich: Peter Rapp AG  > Zukunft
Gut gerüstet für das 5. Jahrzehnt Rapp-Auktionen

ROMAN SALZMANN, WIRTSCHAFTSJOURNALIST UND KOMMUNIKATIONSBERATER IM GESPRÄCH MIT PETER RAPP UND MARIANNE RAPP OHMANN

Das Auktionshaus Rapp im schweizerischen Wil, ein weltweit führendes Auktionsunternehmen für Briefmarken und Münzen, beschliesst dieser Tage sein 40. Geschäftsjahr. Wie die vorhergehenden war auch dieses beeindruckend erfolgreich. Der rechte Zeitpunkt und eine gute Gelegenheit also, Bilanz zu ziehen und Ausblick zu halten.


Roman Salzmann (RS): Das Jubiläumsjahr 40 Jahre Rapp-Auktionen neigt sich dem Ende zu. Im Sommer waren die Medien voller Meldungen über den  spektakulären Gesamtumsatz Ihrer Jubiläumsauktion: über 17 Millionen Franken. Da werde ich kaum fragen müssen, ob das Jahr 2010 Sie zufriedengestellt hat?

Peter Rapp: Ja, ausgesprochen zufrieden. Auch unsere beiden vorangehenden Auktionen hatten ja bereits Umsätze in derselben Grössenordnung erzielt. Aber diesmal waren wir selbst überrascht. Überrascht über den enormen Zuspruch, den wir aus aller Welt erfahren haben, und über die bemerkenswerte Robustheit des Briefmarken- und Münzenmarktes. Die wirtschaftlichen Verhältnisse sind ja nicht überall so freundlich wie bei uns in der Schweiz. Dennoch treten immer wieder neue kapitalkräftige Kunden aus vielen Ländern auf, die in Marken und Münzen investieren.


RS: Um eine solche solvente Kundschaft anzuziehen, muss man freilich etwas bieten können.

Peter Rapp: Keine Frage. Aber in dieser Hinsicht waren wir bestens gerüstet. Denken Sie nur an die wundervolle «Ticino»-Sammlung Altschweiz, die wir im Sommer versteigern durften. Sie darf wohl als die beste Schweiz-Sammlung gelten, die seit Jahrzehnten auf dem Markt war. Alleine die «Ticino»-Sammlung hat rund 4,5 Millionen Franken realisiert.

Marianne Rapp Ohmann: Sie sprachen eingangs das grosse Medieninteresse an unserer Auktion an. Auch dies hat natürlich mit der einzigartigen «Ticino»-Sammlung zu tun. Aber auch damit, dass diese Sammlung eben nicht alleine stand. Ausser den «Ticino»-Erben haben uns ja Hunderte weiterer Sammler, Nachlassverwalter und Erbengemeinschaften ihre oft grossartigen Kollektionen zur bestmöglichen Versteigerung anvertraut. Eben das macht ein rundes Angebot aus: Man muss Vielen Vieles bieten können. Zahlreiche weitere Objekte – die Sammlung Schloss Neersen, grossartige Philippinen-, Berlin- oder Raumfahrtsammlungen, bedeutende Münzenobjekte – waren in der Auktion eifrig umworben und haben jeweils mehrere Hunderttausend Franken erzielt. Nicht unterschätzen darf man sicher auch, dass Rapp-Auktionen mehr sind als blosse Verkaufsveranstaltungen, sie sind auch wichtige gesellschaftliche Ereignisse. Unsere Jubiläumsveranstaltung war für alle, die dabei waren, ein Erlebnis; ein richtiges Fest für die Philatelie und Numismatik!


RS: Ist es aber nicht schwierig, selbst für ein führendes Unternehmen wie das Ihre, immer wieder an so bedeutende Briefmarken- oder Münzensammlungen heranzukommen?

Peter Rapp: Wer die Hände in den Schoss legt und darauf wartet, dass ihm jemand hochwertige Marken- und Münzenschätze ins Haus trägt, der wird den erhofften Erfolg nicht haben. Wir pflegen engen, regelmässigen Kontakt mit Sammlern und Investoren in der ganzen Welt. Wir sind ständig aktiv und in Bewegung, reisen sehr viel, sind immer nahe am Kunden. Gerade, wenn es um die werterhaltende Versteigerung bedeutender Sammlungen geht, sind wir sicher weltweit eine der ersten Adressen für Sammler, Investoren und Erbengemeinschaften. Seriosität, Vertrauenswürdigkeit und nachhaltiges, erfolgsorientiertes Handeln sind die Qualitäten, die man in aller Welt mit dem Auktionshaus Rapp verbindet. Diesen Ruf erwirbt man nicht von heute auf morgen. Dafür muss man nicht nur lange, sondern sehr gewissenhaft arbeiten. Andererseits: Auch die Konkurrenz ist stark. Manchmal ist man eben nur zweiter oder dritter Sieger. Damit muss man leben können, und es darf einen nicht entmutigen, sondern muss zusätzlicher Ansporn sein.


RS: Sie haben in den vergangenen Jahren auch starkes Gewicht auf die Numismatik, auf Münzen und Medaillen, gelegt. Welche Position streben Sie in diesem Bereich an?

Marianne Rapp Ohmann: Der Münzenmarkt interessiert uns sehr, nicht nur im Kontext der bemerkenswert steigenden Goldpreise. Wie Briefmarken sind auch Münzen bewahrenswerte Kulturgüter von besonderer Werthaltigkeit und grosser Faszination. Wir freuen uns, dass wir mit Christian Winterstein und Eckehard Finger zwei der weltweit führenden Münzenexperten für uns gewinnen konnten. Wir bauen diesen Sektor seit Jahren immer weiter aus und profitieren dabei natürlich von unseren langjährigen Erfahrungen und Qualifikationen auf dem Auktionsmarkt. Es ist daher kein Zufall, dass uns immer häufiger wirklich bedeutende Sammlungen von Gold- und Silbermünzen angeboten werden. Schon jetzt liegen uns für die Auktion des kommenden Jahres spektakuläre, überaus hochwertige Münzensammlungen vor. Wir stehen hier besser da als je zuvor und werden diesen Bereich weiter ausbauen.


RS: Darf ich persönlich werden? Peter und Marianne Rapp – ein Dream Team? Wie sind die Aufgaben verteilt, und wohin führt der Weg?

Marianne Rapp Ohmann: Wir ergänzen uns wirklich enorm gut. Eben weil jeder von uns seine eigenen Qualifikationen, Schwerpunkte und Kernkompetenzen mitbringt. Das fabelhafte Fachwissen meines Vaters, sein Gespür für die Materie, sein geschäftlicher Weitblick und seine jahrzehntelangen engen Kontakte zu den Sammlern – sie sind die Seele des Geschäfts und der Grund für das hohe Vertrauen, das uns seit Jahrzehnten entgegen gebracht wird.

Peter Rapp: Aber das ist nur eine Seite der Medaille. Mariannes ausgeprägtes Know-How im Bereich des Marketings und der Koordination ist die zweite. Sie ist seit über einem Jahrzehnt für den Aussenauftritt des Unternehmens ebenso verantwortlich wie für die stetige strategische Weiterentwicklung. Wir können dabei auf ein hoch motiviertes Team von Mitarbeitern zählen, ebenso wie auf externe Experten, mit denen wir schon viele Jahre zusammenarbeiten. Das alles gelingt reibungslos.
 

RS: Was unterscheidet Rapp-Auktionen von anderen Auktionen?

Peter Rapp: Ganz entscheidend ist zunächst, dass sich die Peter Rapp AG zu 100 Prozent in Familienbesitz befindet. Wir unterliegen keinerlei fremden Einflüssen, müssen auf niemanden Rücksicht nehmen oder auf einen Geschäftsführer hören, der irgendwo in der Welt sitzen mag. Bei Rapp kann der Kunde ganz sicher sein: Er redet immer mit dem, der das Sagen hat. Das versetzt uns in die Lage, sehr schnell und unbürokratisch im Interesse des Kunden handeln zu können.

Marianne Rapp Ohmann:
Daneben gibt es weitere, ganz praktische Vorzüge. Unsere jahrzehntelang erfolgreiche Geschäftstätigkeit stellt uns besondere finanzielle und organisatorische Mittel für die Öffentlichkeitsarbeit und das Marketing zur Verfügung. Sie kommen schlussendlich jedem einzelnen Einlieferer zugute und machen sich für ihn bezahlt. Hinzu kommt: Wir wollen nicht nur gut, sondern so gut wie irgend möglich sein. Das ist das treibende Motiv für unser Engagement, für die guten Beziehungen und die individuelle Betreuung unserer Kunden.


RS: Schauen wir nach vorne. Was dürfen wir 2011 vom Auktionshaus Rapp erwarten?

Peter Rapp:
Bedeutendes. Wir wollen noch keine Details verraten. Aber wir haben selten so weit im Vorfeld einer Rapp-Auktion bereits so viele wirklich bedeutende Sammlungen und Einzelstücke zur Versteigerung anvertraut bekommen. Grosse internationale Aufmerksamkeit ist also auch diesmal gewiss, und dass sich die Kunden auf ein spezielles Rahmenprogramm zur Auktion freuen dürfen, versteht sich von selbst. Es zeichnet sich also ab, dass die Rapp-Auktion 2011 abermals ein überaus vielseitiges, spannendes und hochwertiges Angebot präsentieren wird – mit mancherlei, das man in dieser Form nicht alle Tage zu sehen bekommt. Und so soll es ja auch sein.


RS: Vielen Dank für dieses Gespräch.

Peter Rapp AG

Internationale Auktionen
für Briefmarken & Münzen

Toggenburgerstrasse 139
Postfach 276
CH-9500 Wil, Schweiz
Tel. 0041 71 923 77 44
Fax 0041 71 923 92 20
info[at]rapp-auktionen.ch